Tipps und Hinweise für das freie Lektorat

Das ist der Inhalt dieser Seite:
. Die Honorarverhandlung des Lektors mit dem Kunden
. Wie sieht eine korrekte Rechnung aus?
. Jeder Freiberufler sichert sich gegen Berufsunfähigkeit ab
. Als Freiberufler gesetzlich oder privat krankenversichern
. Tipps für die erfolgreiche Lektorats-Werbung
. Das Geschäftskonto für das Lektorat
. Das Bankgespräch als Finanzierungsgespräch nutzen

Die Honorarverhandlung des Lektors mit dem Kunden

Mit dem Angebot wird dem Kunden ein Preis für die Leistung des Freiberuflers präsentiert. Nun hat der Kunde die Wahl, das Angebot so anzunehmen oder über den Preis zu verhandeln. 

Nimmt er es einfach an, so ist das ein schlechtes Zeichen für den Freiberufler. Denn das bedeutet, dass der Kunde den Preis als nicht zu hoch einschätzt und das Lektoren Honorar noch höher angelegt hätte sein können. 

Bei einem zu hohen Preis kann es zwar sein, dass der Kunde zurückschreckt, aber in den Verhandlungen kann er sich höchstens mit seinen preislichen Vorstellungen durchsetzen, was wiederum bedeutet, dass der Freiberufler nur mit seinem Preis herunter zu gehen braucht. Allerdings sollte dabei seine eigene Grenze nicht überschritten werden, Lohndumping darf nicht betrieben werden. 

In den Verhandlungen sollte der Freiberufler seinen Standpunkt zwar erklären, sich aber nicht für seinen Preis verteidigen. Qualität hat ihren Preis und das weiß auch ein Kunde. 

Besonders sachunkundige Auftraggeber verbinden mit einem hohen Preis häufig auch eine hohe Qualität, die dann aber auch gehalten werden muss. 

Der Freiberufler muss dem Kunden klar machen, dass er gute Arbeit in der vorgesehenen Zeit abliefern wird und dass er selbst diesen Preis durch seine Qualifikationen und Referenzen wert ist.

Hierbei müssen allerdings Anfänger der Freiberuflichkeit aufpassen, wenn sie bisher noch kaum Erfahrungen aufweisen können, sollten sie sich auch nicht darauf berufen.

Wie sieht eine korrekte Rechnung aus?

Jeder Lektor muss für seine Leistungen ein Honorar berechnen. Und da immer auch Belege gefordert sind, muss die Rechnung schriftlich gelegt werden.

Doch dabei sind einige Punkte zu beachten, damit auf der Rechnung nicht nur der Inhalt stimmt, sondern auch die formalen Aspekte ihre Richtigkeit haben.

Es gibt gesetzliche Vorschriften, die eingehalten werden müssen. Es gibt Firmen, die behalten eine formal falsche Rechnung einfach stillschweigend ein und warten die Mahnungen ab oder sie senden sie kommentarlos zurück.

Auf folgende Punkte sollten Sie als freiberufler daher achten, wenn Sie die Rechnungen erstellen, wobei zuerst einmal die Kriterien genannt werden, die jede Rechnung enthalten muss.

- Name und Anschrift des Auftraggebers, beziehungsweise des Empfängers der Rechnung
- Name des Projektes und eventuelle Nummer, unter der das Projekt beim Kunden registriert ist
- Betrag der Rechnung
- Spätester Termin für die Zahlung, dabei eventuell Vermerk „ohne Abzug“
- Bankverbindung des Freiberuflers

Nun sind noch die Punkte zu nennen, die erst ab einer Rechnungssumme von 100 Euro einzubringen sind, wobei der Ordnung halber jede Rechnung diese Fakten enthalten sollte – es ist nur nicht gesetzlich vorgeschrieben:

- Name und Anschrift des Rechnungsstellers, also in den meisten Fällen des Freiberuflers selbst
- Datum der Rechnungserstellung und Datum der Erstellung der Leistung
- Rechnungsnummer (fortlaufend)
- Bezeichnung der erbrachten Leistung
- Zeitpunkt der Auslieferung der Leistung
- Betrag der Rechnung netto
- Umsatzsteuersatz und Betrag der Umsatzsteuer (falls die Kleinunternehmerregelung nicht genutzt wird)
- Bruttobetrag
- Umsatzsteuer-Identifikationsnummer oder Steuernummer

Bei der Anwendung der Kleinunternehmerregelung darf der Hinweis auf dieselbe nicht fehlen und es dürfen auf keinen Fall Mehrwertsteuerbeträge auf der Rechnung ausgewiesen werden.
Ist das der Fall, muss der Freiberufler diese als Vorsteuer an das Finanzamt abführen und macht so am Ende ein Minus, denn er kann die Beträge nicht wieder verrechnen.

Die Rechnung sollte nicht per E-Mail verschickt werden, auch wenn dieser Weg der kostengünstigste ist.Denn wenn die elektronische Signatur nicht hundertprozentig richtig oder vollständig ist, ist die Rechnung keine Urkunde im juristischen Sinne und somit anfechtbar.

Der Kunde ist daher nicht verpflichtet, seinen Verbindlichkeiten nachzukommen. Am besten wird eine Rechnung daher mit der Post versendet. 

Jeder Freiberufler sichert sich gegen Berufsunfähigkeit ab

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung steigen ab einem Alter von 40 und mehr noch ab 50 rapide an. Das hängt damit zusammen, dass die Versicherer davon ausgehen, dass die Gefahr der Berufsunfähigkeit im Alter stark zunimmt, was ja auch tatsächlich der Fall ist. 

Damit die Leistungen dann abgesichert sind, muss jeder Versicherte einen höheren Beitrag zahlen. Wer nun aber schon früh in die Berufsunfähigkeitsversicherung einzahlt, kann mit niedrigeren Beiträgen rechnen, denn er hat noch ausreichend Zeit, ein Polster aufzubauen.

Es ist sogar möglich, dass schon Studenten oder Auszubildende eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Versichert werden sollte dabei der angestrebte Beruf. 

Wichtig ist des Weiteren das Geschlecht des Versicherten. Frauen zahlen weitaus mehr in die Berufsunfähigkeitsversicherung ein, die Beiträge liegen teilweise bis zu 30 Prozent höher.

Das bedeutet, dass nicht jeder Anbieter, der mit günstigen Prämien für Männer wirbt, auch für Frauen die erste Wahl sein sollte. Ein eingehender Vergleich ist anzuraten. 

Als Lektor üben Sie einen stressigen Beruf aus, daher kann es sogar sein, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung nur mit einem Aufschlag zu haben ist. 

Denn häufig wird jemand berufsunfähig aufgrund psychischer Probleme, hier fällt das Schlagwort Burn Out. Gerade ein Lektor, der häufig mit Fristen und Abgabeterminen jonglieren muss, kann davon betroffen sein.

Die Versicherungsgesellschaften sichern sich gegen das höhere Risiko, eine Leistung erbringen zu müssen, ab, in dem sie höhere Prämien verlangen.

Als Freiberufler gesetzlich oder privat krankenversichern?

Wer sich als freiberuflicher Lektor dafür entschieden hat, einer privaten Krankenversicherung beizutreten – weil er dies möchte oder weil er die Frist für die Antragstellung für die Aufnahme in der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse versäumt hat – hat nun die Wahl zwischen allen privaten Kassen, die es auf dem Markt gibt. 

Die Auswahl ist aber nicht eben einfach, weil jede Kasse mit anderen Dingen wirbt. 
Die privaten Krankenkassen bieten ihre Leistungen in Paketen an, die sie fast beliebig zusammenstellen können. 

Anders als bei den gesetzlichen Krankenversicherungen ist ein Vergleich der Leistungen kaum möglich bis gänzlich undurchführbar. 

Für den Krankenkassen-Vergleich und die spätere Entscheidung, welche Versicherung denn nun gewählt werden sollte, spielen die folgenden Punkte eine wichtige Rolle: 

- Es wird zuerst eine Vorauswahl der Kassen getroffen, die als vernünftig eingestuft werden können. Dafür gibt es von den Verbraucherzentralen Vergleichstabellen. 

- Mit Hilfe dieser Tariftabellen kann dann entschieden werden, welcher Versicherungsumfang denn überhaupt gewünscht oder benötigt wird. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Tarife zum eigenen Einkommen, zum Gesundheitsstand und zur persönlichen Lebenssituation passen müssen. 

- Nun sollte sich der Lektor einige Vergleichsangebote von verschiedenen Versicherern holen. Hier sollten aber nicht nur die Beitragstabellen verglichen werden, sondern es geht um tatsächlich verbindliche Angebote. 

Es kann sogar sein, dass die Krankenversicherung die Aufnahme in den Normaltarif komplett verweigert, wenn bestimmte Vorerkrankungen vorhanden sind.

Eine weitere Frage: Normaltarif oder Basistarif

Dem Normaltarif, der etwas schlechter zu vergleichen ist, steht der Basistarifgegenüber, der bei fast allen privaten Krankenversicherern die gleichen Leistungen beinhaltet. 

Die Aufnahme in diesen Tarif darf niemandem verweigert werden, die privaten Kassen sind dazu verpflichtet, den Antragsteller aufzunehmen. 

Das gilt selbst dann, wennschwere Erkrankungenvorliegen. 

Auch ein Risikozuschlag darf nicht vereinbart werden. Jemand, der von demNormaltarif in den Basistarif wechselt, weil die Risikozuschläge im Normaltarif unbezahlbar geworden sind, muss den Zugang zum Basistarif gewährt bekommen – ohne Zuschläge. 

Der Basistarif steht darüber hinaus allen offen, die als Freiberufler arbeitslos geworden sind. 



Tipps für die erfolgreiche Lektorats-Werbung

Egal, welche Form der Werbung das Lektorat betreibt, wichtig ist in jedem Fall immer, dass die Sympathie auf Seiten der Kunden erhalten bleibt. 

Jeder, der mit dem Lektorat zusammenarbeitet oder in Kontakt kommt, sollte einen positiven Eindruck haben. So gilt auch, dass negative Aussagen über das Lektorat tunlichst zu vermeiden sind. 

Es sollte einem Geschäftspartner nie auf die Nase gebunden werden, welche Aufgaben nicht erledigt werden konnten oder für welche Dienstleistungen das Lektorat nicht zu haben ist.
Zuerst einmal muss immer versucht werden, Lösungen für ein Problem zu finden. 

Erfolgreiche Werbung als Freiberufler besteht aber nicht nur aus den direkten Marketingmaßnahmen, sondern auch aus den alltäglichen Dingen. 

Dazu gehört etwa die Gestaltung von Schriftstücken und Anschreiben.
Sie müssen Aushängeschild des Lektorats sein. Wer mit der der Beseitigung von Form- und Rechtschreibfehlern wirbt, sollte diese auf keinen Fall in seinen eigenen Schriftstücken haben. 

Bei allem, was das Lektorat nach außen hin tut, sollte das oberste Ziel Selbstmarketing nicht aus den Augen gelassen werden. Das gilt natürlich auch für Anschreiben und Werbebriefe. 

Jeder Punkt, der nicht relevant ist und nicht näher an das genannte Ziel führt, sollte weggelassen werden. 

Das Geschäftskonto für das Lektorat

Als Lektor benötigen Sie natürlich ein eigenes Girokonto. Schließlich müssen die Honorarzahlungen der Kunden, die in der Regel nicht in bar geleistet werden, auf ein Konto des Freiberuflers gehen können. 

Darüber hinaus buchen beispielsweise dieKrankenversicherungen und Ämter die Prämien oder Gebühren in der Regel von einem Konto ab. 

Sie kommen also gar nicht umhin, ein Geschäftskonto zu eröffnen. Der Name Geschäftskonto ist hier mit Absicht gewählt worden, denn es ist immer ratsam, eine Trennung zwischen demGeschäftskonto und dem Privatkonto vorzunehmen. 

Der Grund dafür ist einfach erklärt und leuchtet spätestens beim Anfertigen der Steuererklärung ein. Hier müssen Sie Nachweise für Aufwendungen und Einnahmen erbringen, die bei einem privaten Konto schlicht und einfach schwer herauszufinden sind. 

Betriebliche Einnahmen und Ausgabe mit dem Geschäftskonto erfassen
Bei einem rein geschäftlich genutzten Konto haben Sie die Möglichkeit, die Einnahmen und Ausgaben direkt zu sehen ohne zwischen privaten und beruflichen Ein- oder Ausgaben unterscheiden zu müssen. 
Sie haben die eigenen Finanzen damit besser im Blick. 

Teilweise kann es sogar empfehlenswert sein, noch ein weiteres Konto zu eröffnen.


Konto bei der Bank eröffnen
Wenn Sie zum Beispiel nicht hauptberuflich selbstständig sind, sondern die Tätigkeit als Lektor nur im Nebenerwerb ausführen, so sollten Sie für den Hauptjob, der vielleicht im Angestelltenverhältnis ausgeführt wird, ein eigenes Konto haben. 

Auch hier besteht der Grund wieder darin, dass eine bessere Übersicht über alle Kontobewegungen möglich ist. 
Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass die Kosten für die Kontoführung nicht außer Acht gelassen w erden sollten, denn jedes Konto kostet nun einmal Gebühren. 

Hier sei erwähnt, dass es Banken gibt, die die Möglichkeit eines Unterkontos einräumen. Dann wird zu einem Hauptkonto ein Unterkonto eingerichtet, für das weniger oder teilweise sogar gar keine Gebühren anfallen.
Wenn Sie als Lektor ein Konto für die freiberufliche Tätigkeit eröffnen möchten, so kann es sinnvoll sein, dies zuerst bei der Bank zu tun, bei der Sie bislang ebenfalls ein Girokonto geführt haben. 

Denn diese Bank kennt Sie als Kunden und auch Ihre Zahlungsmoral. 

Viele Banken weigern sich schlicht, einen Freiberufler, der sich am Anfang seiner Tätigkeit befindet, als Kunden anzunehmen. 

Schließlich wissen Sie nicht, was in Bezug auf einen regelmäßigen Gehaltseingang auf sie zukommt. Ein Wechsel der Bank kann später immer noch erfolgen, wenn Sie über die eben erwähnte Regelmäßigkeit in einer bestimmten Höhe verfügen.

 

Das Bankgespräch als Finanzierungsgespräch nutzen

Zwischen Ihnen als Lektor und dem Berater der Bank entsteht in dem Moment eine Beziehung, in dem Sie um einen Termin bitten. Sie haben die Unterlagen gut vorbereitet und stellen dem Berater im Idealfall mindestens eine Woche vor dem Termin zumindest einige Unterlagen zur Verfügung. 

So kann dieser die Dokumente prüfen und sich ein Bild von Ihrem Vorhaben und Ihrer Situation machen. Sie haben dann eine gemeinsame Ausgangsbasis für das Bankgespräch. 

Überdies kann der Berater Sie darauf hinweisen, falls noch Unterlagen fehlen, die dann bei dem Gespräch gleich mitgebracht werden können.

Für einen Kredit ist häufig ein Bankgespräch notwendig 

Nun ist das Gespräch mit dem Berater der Bank eine Austauschbeziehung. Sie als Freiberufler bringen ihm die gewünschten Informationen, er gibt Ihnen dafür idealerweise den Kredit, den Sie benötigen. 

Surftipp: Infos über den Kredit für den Freiberufler

Damit der Kredit positiv entschieden wird, können Sie selbst aktiv etwas tun.

Sicher, bei schlechten Zahlen und einem fehlenden Gewinn ist es auch durch eine gute Zusammenarbeit mit der Bank nicht möglich, ein Darlehen in der gewünschten Höhe zu bekommen, wenn eingeschätzt wird, dass Sie nicht in der Lage sein werden, dieses Geld zurückzuzahlen. 

Kapitaldienstfähigkeit durch Erfolgsplanung aufzeigen
Der Bankmitarbeiter soll nun Ihre Kapitaldienstfähigkeitherausstellen, das heißt, er soll herausfinden, ob Sie kreditwürdig sind oder eher nicht. 
Helfen Sie ihm dabei, denn er handelt schließlich auch in Ihrem Interesse. 
Bringen Sie eine Finanz- und Erfolgsplanung bei, die zeigt, wie Sie sich die Tilgung und die Begleichung der üblichen Verbindlichkeiten gedacht haben. Vergessen Sie dabei nicht Ihren privaten Lebensunterhalt. 

Sie zeigen damit, dass Sie realistisch an die Sache herangehen und in der Lage sind, die Situation durchaus richtig einzuschätzen. 

Denken Sie daran, eine Vorsichtsreserve beizubehalten, denn sicherlich wird der Berater die Frage stellen, was Sie denn tun wollen, wenn Sie sich verkalkuliert haben.

Der Businessplan sollte daher plausibel und betriebswirtschaftlich korrekt sein. 

Surftipp: Ratgeber für das Bankgespräch